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Infektionsschutz 2026 – Positionen der Parteien im Vergleich

Im Vorfeld der Wahlen im September 2026 hat das World Health Network mehrere Parteien zu ihren Positionen im Bereich Infektionsschutz und Public Health befragt. Die Fragen beziehen sich auf die RKI-Bestandsaufnahme vom Februar 2026, die zeigt: 10–15 % der SARS-CoV-2-Infizierten entwickeln Long-COVID-Symptome – mit erheblichen Folgen für Gesundheitssystem und Gesellschaft.

Diese Seite dokumentiert die Antworten der Parteien – und stellt ihnen gegenüber, wie verantwortungsvolle, evidenzbasierte Gesundheitspolitik aussehen könnte.

Fragebogen versandt: Ende April 2026

1. Kontext

SARS-CoV-2 zirkuliert weiterhin ganzjährig. Eine Bestandsaufnahme des RKI vom Februar 2026 zeigt: 10 – 15 % der COVID-Infizierten entwickeln Long-COVID-Symptome – eine erhebliche und zunehmende Belastung für das Gesundheitssystem, die Gesellschaft und die Betroffenen. Das Abwassermonitoring des RKI belegt zuletzt eine ausgeprägte Welle von August 2025 bis Februar 2026.

Wir haben mehrere Parteien angeschrieben und um Antworten zu sechs Fragen gebeten. Unser Ziel: Menschen die Möglichkeit geben, ihre Wahlentscheidung auf Basis verlässlicher Information zu treffen. Nicht alle Parteien haben geantwortet.

2. Unsere Anfrage

Hier könnt ihr den Anfragetext nachlesen, der an AfD, Bündnis90/Die Grünen, CDU, Die Linke, FDP, Piratenpartei, SPD und VOLT gesendet wurde. In jedem Anschreiben zitierten wir aus dem öffentlich zugänglichen Gesundheitsprogramm der jeweiligen Partei. So wird sichtbar, ob die Antworten dem eigenen Anspruch gerecht werden. 

„Sehr geehrte Damen und Herren,

das World Health Network vernetzt Menschen, die sich auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse für eine sicherere und gesündere Welt einsetzen. Im Vorfeld der im September 2026 stattfindenden Wahlen informieren wir sowohl Menschen, die sich vor Infektionen schützen müssen, als auch diejenigen, denen ihre Gesundheit ein wichtiges Anliegen ist, über die Pläne der Parteien im Bereich Infektionsschutz. Wir bitten Sie daher, Ihre Strategien in diesem Bereich offenzulegen, damit Interessierte eine fundierte Wahlentscheidung treffen können.

Im Februar 2026 veröffentlichte das RKI eine Bestandsaufnahme zu Long COVID [1]. Daten aus dem Abwassermonitoring [2] zeigen, dass SARS-CoV-2 ganzjährig zirkuliert, zuletzt mit einer Welle von August 2025 bis Februar 2026. 

Hinweis: Der folgende Abschnitt wurde für jede Partei individuell angepasst. Im jeweiligen Anschreiben erschien nur die Passage, die sich auf die angeschriebene Partei bezieht.

AfD: Auf der Webseite des AfD Arbeitskreises Gesundheit heißt es: „Prävention vermeidet jedoch Krankheiten und eine effizient organisierte Gesundheitsvorsorge legt die Grundlage für ein langes Leben in Gesundheit und Wohlergehen. Der Arbeitskreis setzt sich daher nachhaltig dafür ein, der Prävention einen wesentlich höheren Stellenwert im Gesundheitssystem als bisher einzuräumen.“

Bündnis 90/Die Grünen: Auf der Webseite Ihrer Bundestagsfraktion heißt es: „Gesundheit ist unser wichtigstes Gut. Doch für Gesundheitsförderung und Prävention wird zu wenig getan.“

CDU: Im Wahlprogramm von CDU und CSU heißt es: „Es geht uns um Daseinsvorsorge, Eigenverantwortung und Prävention.“

Die Linke: Im Themenpapier Ihrer Bundestagsfraktion zur Gesundheitspolitik heißt es: „Die beste Gesundheitspolitik ist die, die Gesundheit fördert und Krankheit verhindert.“

FDP: Im neuen Grundsatzprogramm der FDP heißt es: „Gesundheit in allen Lebensphasen ist das Fundament für ein aktives, selbstbestimmtes Leben. Innovative Ansätze verbinden Prävention, Pflege, Teilhabe und Technologie.“

Piratenpartei: Im Parteiprogramm der Piraten Deutschland heißt es: „Prävention zur Vermeidung von Erkrankungen ist eine zentrale Aufgabe des Gesundheitswesens. Dabei umfasst Prävention neben der Früherkennung von Krankheiten auch die Analyse und Veränderung von krankheitsfördernden Bedingungen in Umwelt, Gesellschaft und Beruf.“

SPD: Im SPD-Regierungsprogramm heißt es: „Gemeinsam mit unseren Partnern der Selbstverwaltung setzen wir auf Prävention, regionale Versorgungsnetze, Digitalisierung sowie auf mehr Gemeinwohl statt Profit. Die Patientinnen und Patienten stehen im Mittelpunkt unserer Gesundheitspolitik.“

VOLT: Im Grundsatzprogramm von Volt Deutschland heißt es auf Seite 91: „Unser heutiges Gesundheitssystem fixiert sich auf Heilung, statt Prävention. Dadurch entstehen vermeidbare Kosten, vermeidbare Krankheiten und vermeidbares Leid. In einer achtsamen Gesellschaft muss die Prävention an vorderster Stelle des Gesundheitssystems stehen.“

Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Welche konkreten gesundheitspolitischen Konsequenzen ziehen Sie aus der Erkenntnis, dass 10–15 % der Infizierten mit Long-COVID-Symptomen rechnen müssen?
  2. Wie bewerten Sie die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen?
  3. Welche Möglichkeiten der Prävention sehen Sie?
  4. Welche vorsorglichen Maßnahmen plant Ihre Partei, um langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen?
  5. Welche Strategien sehen Sie zum Schutz des Personals und von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen vor?
  6. Welche wissenschaftlichen Kriterien und Entscheidungsprozesse liegen Ihren gesundheitspolitischen Maßnahmen zugrunde, und an welchen internationalen Beispielen oder Leitlinien orientieren Sie sich dabei?

Um Ihre Positionen rechtzeitig vor den Wahlen im September über unsere Kanäle kommunizieren zu können, bitten wir um eine Rückmeldung bis zum 30. Juni 2026. Wir behalten uns vor, die eingegangenen Antworten in Form einer Pressemeldung zu veröffentlichen. 

Vielen Dank für Ihre Unterstützung bei diesem wichtigen Thema.

Mit freundlichen Grüßen,
WHN Deutschland

[1] https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2026_11_02_Long_COVID.html?nn=16776990
[2] https://infektionsradar.rki.de/de/covid/abwasser

3. Im Vergleich: Die Antworten des WHN und die der Parteien

Um einen schnellen Überblick zu ermöglichen, fassen wir zunächst die Position des WHN und anschließend die Antworten der Parteien (in alphabetischer Reihenfolge) auf alle Fragen zusammen. Durch Aufklappen der einzelnen Abschnitte können die vollständigen Antworten auf alle Fragen nachgelesen werden. Die Antworten des WHN zeigen dabei, wie wir die Fragen auf Grundlage der wissenschaftlichen Evidenz und mit Blick auf den Schutz der Bevölkerung beantworten würden, und bieten so eine Orientierung für die Einordnung der Parteipositionen. Von FDP und VOLT erhielten wir keine Antwort.

WHN
Angesichts der jüngsten Berichte des RKI [1] und der umfangreichen wissenschaftlichen Evidenz stellt Long COVID eine erhebliche Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar: Die Erkrankung verursacht individuelle gesundheitliche Schäden ebenso wie wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen [2]. Im Einklang mit den Handlungsempfehlungen des RKI fordert das WHN einen klaren Vorrang für Prävention – insbesondere saubere Innenraumluft durch Luftfilter kombiniert mit Ventilation, Impfungen sowie das Tragen von Atemschutzmasken (FFP2 oder besser) im Gesundheitswesen. Eine klare generelle Handlungsempfehlung zum Tragen einer FFP2-Maske oder eines besseren Atemschutzes in Zeiten und Situationen mit erhöhtem Infektionsrisiko seitens der Regierung ist notwendig. Ohne solche Maßnahmen werden immer mehr Menschen durch Long COVID und andere postvirale Erkrankungen gesundheitlich geschädigt. Der wissenschaftliche Kenntnisstand hierzu sowie zur luftgetragenen Übertragung und zur Wirksamkeit entsprechender Schutzmaßnahmen ist gut belegt. Wer ihn bestreitet oder relativiert, trägt dazu bei, Bedingungen aufrechtzuerhalten, unter denen weiterhin vermeidbare Gesundheitsschäden entstehen – mit Folgen für die Betroffenen selbst, etwa Einkommensverlusten infolge von Krankheit und Erwerbsminderung [3], wie auch für die Gesellschaft insgesamt, etwa durch hohe krankheitsbedingte Ausfallzeiten [2].

Diese Präventionsmaßnahmen sollten durch eine kontinuierliche Überwachung des Infektionsgeschehens ergänzt werden, deren Ergebnisse transparent und zeitnah veröffentlicht werden. Gleichzeitig müssen Diagnostik, Versorgung und Forschung weiter ausgebaut werden. Bislang gibt es allerdings keine etablierte kausale Therapie für Long COVID; Fortschritte in diesen Bereichen sind daher wichtig, können die heute entstehenden Schäden aber nicht verhindern. Insbesondere Beschäftigte im Gesundheitswesen sowie Patientinnen und Patienten sollten durch angemessene Schutzstandards besser vor vermeidbaren Infektionen geschützt werden. Gesundheitspolitische Entscheidungen sollten sich an der wissenschaftlichen Evidenz und am Vorsorgeprinzip orientieren – mit dem Ziel, Infektionen zu verhindern, statt erst ihre gesundheitlichen Folgen zu behandeln.

[1] RKI – Robert Koch-Institut. Long COVID bei Erwachsenen – eine aktuelle Bestands­aufnahme zu gesundheitlichen Langzeit­folgen nach SARS-CoV-2-Infektion, Februar 2026, https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2026_11_02_Long_COVID.html
[2] OECD. Addressing the Costs and Care for Long COVID: The Long Shadow of the Pandemic, April 2026, https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2026/03/addressing-the-costs-and-care-for-long-covid_e203e3d0/87a0c171-en.pdf
[3] Haering, Alexander; Kottmann, Robin; Ellert, Claudia; von Loga, Isabell (2023). “Long/Post-COVID-Schweregrade und ihre gesellschaftlichen Folgen: Ergebnisse einer Befragung.” RWI Materialien, No. 156. RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Essen. https://www.econstor.eu/bitstream/10419/278724/1/1860416632.pdf Siehe auch: https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/long-covid-bringt-indirekte-kosten-von-rund-23-millionen-euro
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Frage 1 – Welche konkreten gesundheitspolitischen Konsequenzen ziehen Sie aus der Erkenntnis, dass 10–15 % der Infizierten mit Long-COVID-Symptomen rechnen müssen?

Eine Long-COVID-Rate von 10 – 15 % der Infizierten übertrifft in der Größenordnung viele anerkannte Volkskrankheiten. Das zwingt zu konkreten Konsequenzen.

Prävention: Solange keine kurative Therapie existiert, ist Infektionsvermeidung der einzig wirksame Hebel. Luftreinhaltung in Innenräumen, CO₂-Monitoring und Schutzmaßnahmen in Gesundheitseinrichtungen müssen gesetzlich verankert werden. Die Bevölkerung muss transparent und kontinuierlich über aktuelle Infektionslagen, wirksame Schutzmaßnahmen und das reale Risiko post-viraler Erkrankungen informiert werden.

Versorgung: Voraussetzung ist eine systematische Fort- und Weiterbildung der Ärzteschaft, damit Long COVID zuverlässig erkannt und diagnostiziert wird. Long-COVID-Ambulanzen und Rehabilitationskapazitäten müssen flächendeckend und kassenfinanziert verfügbar sein; eine einheitliche, anerkannte Diagnosestellung ist dafür die Grundlage.

Surveillance: Abwassermonitoring und Meldepflicht für COVID müssen als dauerhafte Instrumente gesetzlich gesichert werden. Repräsentative Kohortenstudien mit anlasslosen Tests sind unverzichtbar, um das tatsächliche Infektionsgeschehen kontinuierlich zu erfassen.

Forschung: Mechanismen, Biomarker und Therapieansätze brauchen eine Förderung, die dem Ausmaß der Erkrankungslast entspricht. Eine Gesundheitspolitik, die diese Rate ignoriert oder als individuelles Schicksal behandelt, verkennt die systemische Dimension einer Massenerkrankung.

Frage 2 – Wie bewerten Sie die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen?

Post-virale Erkrankungen sind kein neues Phänomen.

Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist seit Jahrzehnten als schwere post-virale Folgeerkrankung bekannt, wurde jedoch systematisch unterschätzt und unterversorgt. Ähnliche Verläufe sind nach Epstein-Barr-Virus, Influenza, Enteroviren und anderen Erregern dokumentiert. COVID-19 hat das Ausmaß dieses Problems erstmals in der Breite sichtbar gemacht.

Die Public-Health-Relevanz ist erheblich: Post-virale Erkrankungen belasten Betroffene oft über Monate bis Jahre, schränken die Erwerbsfähigkeit ein und überfordern ein Versorgungssystem, das auf akute Erkrankungen ausgerichtet ist.

Besonders dringend ist eine Weiterbildung der Ärzteschaft: Post-virale Syndrome werden noch immer häufig nicht erkannt, fehldiagnostiziert oder als psychosomatisch fehlgedeutet. Gleichzeitig braucht die Bevölkerung verlässliche Aufklärung – insbesondere um dem verbreiteten Irrglauben entgegenzuwirken, dass Infektionen das Immunsystem generell stärken. Das Gegenteil kann der Fall sein: Wiederholte Infektionen erhöhen das Risiko für immunologische Dysregulation und post-virale Folgeschäden.

Eine zukunftsfähige Gesundheitspolitik muss post-virale Erkrankungen als eigenständige Krankheitskategorie anerkennen, erforschen und in die Versorgungsstrukturen integrieren.

Frage 3 – Welche Möglichkeiten der Prävention sehen Sie?

Geteilte Innenraumluft ist ein Gesundheitsrisiko – und eine öffentliche Verantwortung.

Wir fordern: verbindliche Luftqualitätsstandards für alle öffentlich genutzten Gebäude (Schulen, Arztpraxen, Pflegeheime, Behörden), geförderte Ausstattung mit CO₂-Ampeln und HEPA-Filtern, öffentliche Aufklärungskampagnen zu luftübertragenen Pathogenen sowie kostenlosen Zugang zu Atemschutzmasken (FFP2 oder besser). Schutzimpfungen gegen relevante Pathogene müssen für alle Altersgruppen niedrigschwellig und kostenlos zugänglich sein.

Prävention ist billiger als Behandlung – dieses Grundprinzip muss endlich auch für Infektionskrankheiten gelten.

Frage 4 – Welche vorsorglichen Maßnahmen plant Ihre Partei, um langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen?

Hier gelten alle Punkte, die wir als Antwort auf Frage 1 formuliert haben. Zusätzlich:

Ein Gesundheitssystem, das auf Krisen nur reagiert statt ihnen vorzubeugen, ist strukturell überfordert. Wir fordern den Ausbau des Abwassermonitorings als dauerhaftes Frühwarnsystem, verbindliche Pandemiepläne auf Bundes- und Länderebene, den systematischen Aufbau von Personalreserven im Pflege- und Gesundheitsbereich sowie eine Impfinfrastruktur, die dauerhaft und krisenunabhängig funktioniert.

Resiliente Gesundheitsversorgung ist eine staatliche Pflichtaufgabe – keine freiwillige Leistung.

Frage 5 – Welche Strategien sehen Sie zum Schutz des Personals und von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen vor?

Gesundheitseinrichtungen sind Orte erhöhter Infektionsgefahr – für vulnerable Patienten ebenso wie für das Personal. Nosokomiale Infektionen und berufsbedingte Erkrankungen sind kein unvermeidliches Schicksal, sondern das Ergebnis unzureichender Schutzstandards.

Wir fordern:

Technische Schutzmaßnahmen: Verbindliche Luftqualitätsstandards und HEPA-Filterung in allen Patientenbereichen, CO₂-Monitoring als Regelausstattung.

Persönliche Schutzausrüstung: Kostenlose und ausreichende Verfügbarkeit von Atemschutzmasken (FFP2/FFP3) für Personal und Patientinnen und Patienten – unabhängig von der aktuellen Infektionslage.

Arbeitsschutz: Gesundheitspersonal ist aufgrund höherer Expositionsrate überproportional von Long COVID betroffen – eine Meta-Analyse ermittelte eine gepoolte Prävalenz von 40 % unter infizierten Beschäftigten (BMJ Public Health 2025;3:e000269): https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12010341/. Long COVID muss konsequent als Berufskrankheit anerkannt und entschädigt werden. Personalausfälle durch vermeidbare Infektionen gefährden die Versorgungssicherheit.

Fort- und Weiterbildung: Luftübertragung, Infektionsprävention, Erkennung post-viraler Syndrome und der sachgerechte Umgang mit Schutzmaßnahmen müssen fester Bestandteil der Aus- und Weiterbildung aller Gesundheitsberufe werden.

Transparenz und Surveillance: Nosokomiale Infektionen müssen systematisch erfasst und einrichtungsbezogen veröffentlicht werden – nicht wie bisher lediglich geschätzt. Eine verlässliche Datenbasis ist Voraussetzung für wirksame Prävention und Qualitätssicherung.

Patientenschutz: Nosokomiale Infektionen treffen besonders vulnerable Menschen in einem Moment erhöhter Gefährdung. Verbindliche Luftqualitätsstandards, HEPA-Filterung und ausreichende Schutzausrüstung in allen Patientenbereichen sind keine Zusatzleistung, sondern Behandlungsstandard.

Wer das Personal schützt, schützt das System. Infektionsprävention im Gesundheitswesen ist keine Zusatzleistung, sondern Grundvoraussetzung für eine funktionierende Versorgung.

Frage 6 – Welche wissenschaftlichen Kriterien und Entscheidungsprozesse liegen Ihren gesundheitspolitischen Maßnahmen zugrunde, und an welchen internationalen Beispielen oder Leitlinien orientieren Sie sich dabei?

Eine Antwort der Parteien in diesem Sinne wäre wünschenswert:

Grundlage für unsere Position sind aktuelle internationale Forschungsergebnisse zu Übertragungswegen und -dynamiken sowie Metaanalysen zum Status quo. Vorsorge durch Prävention ist der Schlüssel zu einer gesunden Gesellschaft mit intakten sozialen Strukturen.

Gesundheitspolitische Entscheidungen müssen auf der Grundlage unabhängiger wissenschaftlicher Beratung getroffen, Interessenkonflikte konsequent offengelegt und Bürgerinnen und Bürger verständlich über die zugrunde liegenden Erkenntnisse, die Datenlage und die erforderlichen Abwägungen informiert werden.

Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen auch dann die Grundlage politischen Handelns bleiben, wenn sie unbequem sind oder Maßnahmen erfordern, die kurzfristig unpopulär sind. Eine Gesundheitspolitik, die sich an Umfragewerten statt an Evidenz orientiert, schadet der Bevölkerung. Wir stellen das gesundheitliche Wohl aller über Partikularinteressen – auch über unsere eigenen.

AfD Bundestagsfraktion
Die AfD-Bundestagsfraktion stellt die angenommene Long-COVID-Häufigkeit von 10–15 % infrage und fordert vor allem mehr Forschung zur Abgrenzung von Long COVID und sogenannten PostVac-Syndromen sowie den Ausbau von Spezialambulanzen, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten. Bei der Prävention setzt sie auf die Minimierung von Infektionen ohne aus ihrer Sicht unverhältnismäßige Zwänge sowie auf klassische Hygieneregeln und Arbeitsplatzprotokolle und lehnt Lockdowns oder Impfdruck als Reaktion auf postvirale Erkrankungen ab. Für gesundheitspolitische Entscheidungen beruft sie sich auf Studien und Leitlinien, aus denen sie insbesondere Argumente gegen Masken-, Impf- und andere verpflichtende Maßnahmen ableitet.
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Frage 1 – Welche konkreten gesundheitspolitischen Konsequenzen ziehen Sie aus der Erkenntnis, dass 10–15 % der Infizierten mit Long-COVID-Symptomen rechnen müssen?

„Eine gezielte Forschungsoffensive mit mindestens einer Milliarde Euro für grundlegende Analysen steht im Vordergrund, insbesondere um zu unterscheiden, ob Langzeitfolgen durch das Virus oder das Spike-Protein aus Impfungen entstehen. Die Annahme einer Long-COVID-Inzidenz von 10–15 % bei Infizierten halten wir für fragwürdig wegen fehlender Datenqualität und unklarer Abgrenzung zu PostVac-Syndromen. Dennoch muss sofort gehandelt werden. Dezentrale Spezialambulanzen für Long-COVID und PostVac-Fälle sind essenziell, damit Betroffene innerhalb von vier Wochen eine umfassende Diagnostik erhalten – inklusive Differenzierung zu ME/CFS und impfbedingten Schäden. Aktuell herrschen Wartezeiten von Monaten und es gibt keine flächendeckende Struktur. Parallel dazu braucht es ausreichende Mittel für Therapien wie hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT) oder evidenzbasierte Off-Label-Medikamente. Ergänzend fordern wir die Anerkennung als Berufskrankheiten und Schadensersatz aus einem Corona-Hilfsfonds, finanziert durch Rückzahlung von Impfstoffhersteller-Profiten.“

Frage 2 – Wie bewerten Sie die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen?

„Postvirale Erkrankungen wie Fatigue-Syndrome nach Grippe oder EBV-Infektionen sind seit Jahrzehnten bekannt und kein COVID-spezifisches Novum – ihre Public-Health-Relevanz ist daher nicht neu. Sie legitimieren keine Panikmache, Lockdowns oder Impfdruck. Stattdessen priorisieren wir Forschung, Aufklärung und Behandlungsressourcen.“

Frage 3 – Welche Möglichkeiten der Prävention sehen Sie?

„Virusinfektionen zu minimieren, schützt vor postviralen Syndromen, doch nur unter Vermeidung von Kollateralschäden durch unverhältnismäßige Zwänge.“

Frage 4 – Welche vorsorglichen Maßnahmen plant Ihre Partei, um langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen?

„Die Herdenimmunität durch Impfung ist gescheitert, trotz breiter Antikörperverbreitung – eine Lehre gegen zukünftige Zwangsmaßnahmen. Das Gesundheitssystem muss langfristig so aufgestellt werden, dass Kranke (egal mit welcher Krankheit) stets Hilfe bekommen.“

Frage 5 – Welche Strategien sehen Sie zum Schutz des Personals und von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen vor?

„Im Gesundheitsbereich und darüber hinaus setzen wir auf klassische Hygieneregeln und Arbeitsplatzprotokolle gegen Infektionen – wie immer üblich, lange vor COVID.“

Frage 6 – Welche wissenschaftlichen Kriterien und Entscheidungsprozesse liegen Ihren gesundheitspolitischen Maßnahmen zugrunde, und an welchen internationalen Beispielen oder Leitlinien orientieren Sie sich dabei?

„Wissenschaftliche Kriterien leiten uns: Die Cochrane Collaboration-Meta-Analyse zeigt, dass Maskenpflichten im Alltag wirkungslos sind; NICE (UK) und WHO lehnten universelle Pflichten ab.

Johns Hopkins–Studien quantifizieren Lockdowns mit nur 0,2 Prozentpunkten Mortalitätsreduktion, aber hohen Kollateralkosten.

Bardosh et al. (BMJ Global Health 2022) belegen, dass Impfpflichten Vertrauen zerstören und mehr schaden als nutzen. Die WHO sieht sie nur als letztes Mittel.
Schweden hat solche evidenzbasierten Einschätzungen berücksichtigt, während in Deutschland Forderungen nach eskalierendem Zwang dominierten. Daraus leiten wir ab: Zukünftige Politik muss auf Fakten und nicht auf Hysterie basieren.“

AfD Berlin
Die AfD Berlin stellt die angenommene Long-COVID-Häufigkeit von 10–15 % infrage und fordert zugleich einen Ausbau von Spezialambulanzen, schneller Diagnostik und Behandlung, die Anerkennung von Long COVID und sogenannten PostVac-Fällen als Berufskrankheiten sowie eine umfangreiche Forschungsoffensive zu möglichen Ursachen. Bei der Prävention setzt sie auf die Reduzierung von Virusinfektionen ohne aus ihrer Sicht unverhältnismäßige Zwangsmaßnahmen sowie auf allgemeine, bereits etablierte Infektionsschutzregeln in Gesundheitseinrichtungen und am Arbeitsplatz. Für ihre gesundheitspolitische Ausrichtung beruft sie sich auf Studien, Leitlinien und das Beispiel Schweden, aus denen sie insbesondere Argumente gegen Maskenpflichten, Lockdowns und Impfpflichten ableitet und für eine Politik „auf Evidenz statt Panik“ plädiert.
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Frage 1 – Welche konkreten gesundheitspolitischen Konsequenzen ziehen Sie aus der Erkenntnis, dass 10–15 % der Infizierten mit Long-COVID-Symptomen rechnen müssen?

„Wir sehen die Annahme einer Long-COVID-Inzidenz von 10–15% bei Infizierten aufgrund unzureichender Daten und mangelnder Differenzierung zu PostVac-Syndromen (impfassoziierte Langzeitfolgen) kritisch.

Unabhängig von der Zahl fordern wir aber Sofortmaßnahmen zur Versorgung der Betroffenen, d. h. erstens Aufbau dezentraler Spezialambulanzen für Long-COVID und PostVac. Jeder Betroffene muss innerhalb von 4 Wochen eine umfassende Diagnostik (inkl. Abgrenzung zu ME/CFS und impfbedingten Schäden) erhalten. Aktuell gibt es keine flächendeckende Versorgung, Wartezeiten von Monaten sind die Regel. Wir fordern zweitens ausreichend, um Therapien wie Hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT) oder Off-Label-Medikamente (z. B. wo evidenzbasiert) zu ermöglichen. Außerdem wollen wir, dass Long-COVID und PostVac-Fälle als Berufskrankheiten anerkannt werden und Schadensersatz aus einem Corona-Hilfsfonds (finanziert durch Rückzahlung von Impfstoffhersteller-Profiten) geleistet wird.

Und wir drängen auf eine Forschungsoffensive: Mindestens eine Milliarde Euro für gezielte Grundlagenforschung insbesondere zur Ursachenforschung (Virus vs. Spike-Protein aus Impfungen).“

Frage 2 – Wie bewerten Sie die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen?

„Postvirale Erkrankungen sind kein exklusives COVID-Phänomen, sondern bekannt seit Jahrzehnten wie das Fatigue-Syndrom und andere nach Grippe oder EBV-Infektionen. Sie sind deshalb nicht erst jetzt hoch relevant in Sachen Public Health, sie dienen aber weiterhin keinesfalls als Begründung für neue Panikmache, Lockdowns oder Impfdruck. Stattdessen brauchen wir Forschung, Information und Behandlungskapazitäten.“

Frage 3 – Welche Möglichkeiten der Prävention sehen Sie?

„Die Prävention postviraler Erkrankungen beginnt mit der Reduzierung von entsprechenden Virusinfektionen, dies aber unter Vermeidung von Kollateralschäden durch unverhältnismäßige Zwangsmaßnahmen.“

Frage 4 – Welche vorsorglichen Maßnahmen plant Ihre Partei, um langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen?

„Obwohl mittlerweile der weit überwiegende Teil der Bevölkerung mehrfach durch Impfungen und Infektionen über entsprechende Antikörper verfügt, besteht kein Schutz vor neuen Infektionen oder postviralen Syndromen. Das Konzept der “Herdenimmunität durch Impfung” scheiterte. Das müssen wir uns für die Zukunft merken, wenn wieder über Zwangsmaßnahmen nachgedacht wird. Und Kranke müssen sicher sein können, dass ihnen geholfen wird. Das gilt für Virusinfektionen wie für allen anderen Krankheiten. Dafür müssen wir unsere Gesundheitssystem ganz allgemein aufstellen.“

Frage 5 – Welche Strategien sehen Sie zum Schutz des Personals und von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen vor?

„Natürlich die Beachtung und Anwendung der allgemeinen Regeln und Verfahren zum Infektionsschutz am Arbeitsplatz, in Gesundheitseinrichtungen und im Privatbereich – so wie man das schon immer als Schutz vor Infektionen gehandhabt hat, auch als Corona noch nicht in aller Munde war.“

Frage 6 – Welche wissenschaftlichen Kriterien und Entscheidungsprozesse liegen Ihren gesundheitspolitischen Maßnahmen zugrunde, und an welchen internationalen Beispielen oder Leitlinien orientieren Sie sich dabei?

„Die Cochrane Collaboration zeigte in einer Meta-Analyse, dass Maskenpflichten im allgemeinen täglichen Leben wenig oder keinen Unterschied machen. Das National Institute for Health and Care Excellence (NICE) im Vereinigten Königreich und die WHO empfahlen keine universelle Maskenpflicht.

Die Johns Hopkins University zeigt, dass Lockdowns die Mortalität nur um 0,2 Prozentpunkte senken, aber mit massiven Kollateralschäden einhergehen.

Bardosh et al. (BMJ Global Health 2022) belegten, dass Impfpflichten mehr Schaden als Nutzen stiften und Vertrauen erodieren. Die WHO sieht Pflichten nur als „letztes Mittel“.

In Schweden nahm man solche Stimmen ernst, bei uns gingen sie unter in der Forderungen nach immer mehr Zwang, immer mehr Maßnahmen.

Daraus müssen wir für die Zukunft lernen und auf Evidenz statt Panik setzen.“

AfD Mecklenburg-Vorpommern
Die AfD Mecklenburg-Vorpommern fordert einen Ausbau spezialisierter Versorgungsstrukturen, bessere Datengrundlagen und deutlich mehr Forschung zu Long COVID, ME/CFS und insbesondere zu möglichen postvakzinalen Beschwerden und Langzeitfolgen von Impfungen. Bei Prävention und Schutz im Gesundheitswesen setzt sie auf Hygienekonzepte, Ausbruchsstrategien, den gezielten Schutz vulnerabler Gruppen und freiwillige Maßnahmen und lehnt Impfpflichten sowie dauerhafte zentrale Vorgaben ab. Gesundheitspolitische Entscheidungen sollen nach ihrer Darstellung auf epidemiologischen Daten, medizinischer Praxis, Nutzen-Risiko-Abwägungen und parlamentarischer Kontrolle beruhen; internationale Leitlinien sollen nur übernommen werden, wenn sie sich für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern als geeignet und verhältnismäßig erweisen.
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Frage 1 – Welche konkreten gesundheitspolitischen Konsequenzen ziehen Sie aus der Erkenntnis, dass 10–15 % der Infizierten mit Long-COVID-Symptomen rechnen müssen?

„Für uns ergibt sich daraus eine klare Schlussfolgerung:

Prävention, Versorgung und insbesondere Forschung müssen endlich den Stellenwert erhalten, den die Realität erfordert.

Besonders kritisch ist, dass die Forschung zu postvakzinal berichteten Beschwerdebildern bislang nicht im notwendigen Umfang gefördert wurde. Diese ist aus unserer Sicht voranzustellen. Während Long COVID zunehmend Aufmerksamkeit erhält, berichten Betroffene von möglichen Impfnebenwirkungen weiterhin von Versorgungslücken und fehlender systematischer Aufarbeitung.

Um zielgerichtet helfen zu können, ist eine umfassende, ergebnisoffene wissenschaftliche Untersuchung, auch möglicher Langzeitfolgen von neuen Gentherapien, wie beispielsweise der mRNA-Injektionen, zwingend erforderlich.

Gerade im Hinblick auf fehlenden Fremdschutz müssen Nebenwirkungen solcher Injektionen im Kontext von Zweck und Nutzen eingehend geprüft werden.

Zudem muss wissenschaftlich fundiert geprüft werden, in welchem Zusammenhang das Auftreten von Long COVID mit dem Impfstatus steht, um belastbare Erkenntnisse über Unterschiede zwischen geimpften und ungeimpften Patienten zu gewinnen und darauf aufbauend zielgerichtete Maßnahmen entwickeln zu können.“

Frage 2 – Wie bewerten Sie die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen?

„Die Hinweise auf weitere postvirale Erkrankungen sind von hoher gesundheitspolitischer Relevanz.

Sie zeigen zugleich strukturelle Defizite: Erkrankungen wie ME/CFS sind seit Jahren bekannt, wurden jedoch weder ausreichend erforscht noch angemessen in die Versorgung integriert. Die Pandemie hat diese Versäumnisse sichtbar gemacht.

Auch hier muss wissenschaftlich fundiert geprüft werden, in welchem Zusammenhang das Auftreten weiterer postviraler Erkrankungen mit dem Impfstatus steht, um belastbare Erkenntnisse über Unterschiede zwischen geimpften und ungeimpften Patienten zu gewinnen und darauf aufbauend zielgerichtete Maßnahmen entwickeln zu können.“

Frage 3 – Welche Möglichkeiten der Prävention sehen Sie?

„Impfstoffe wurden in kurzer Zeit entwickelt und basieren teilweise auf neuartigen technologischen Ansätzen. Gerade deshalb ist es aus unserer Sicht unerlässlich, deren Wirkmechanismen, Wirksamkeit und mögliche Langzeitfolgen weiterhin intensiv wissenschaftlich zu untersuchen.

Zugleich hat sich gezeigt, dass:

  • ein dauerhafter Schutz vor Infektion und Übertragung nicht in jedem Fall gegeben ist
  • Auffrischungsimpfungen erforderlich sein können

Vor diesem Hintergrund stellt sich die grundsätzliche Frage, wie eine nachhaltige Immunitätsstrategie ausgestaltet sein muss und welche Rolle verschiedene Maßnahmen dabei langfristig spielen sollen.“

Frage 4 – Welche vorsorglichen Maßnahmen plant Ihre Partei, um langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen?

„Zur Begrenzung der langfristigen Belastungen in diesem Zusammenhang sind aus unserer Sicht notwendig:

  • der Ausbau spezialisierter Versorgungsstrukturen
  • eine deutliche Intensivierung unabhängiger Forschung
  • bessere Datengrundlagen
  • gezielte Unterstützung für Betroffene

Dabei ist kritisch festzuhalten:

Relevante Aspekte, insbesondere mögliche Nebenwirkungen, Langzeitfolgen sowie postvakzinale Beschwerden, wurden bislang weder ausreichend erforscht noch in der öffentlichen Debatte angemessen berücksichtigt.“

Frage 5 – Welche Strategien sehen Sie zum Schutz des Personals und von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen vor?

„Der Schutz von Personal und Patienten im Gesundheitswesen hat oberste Priorität. Gerade in diesem Bereich wird jedoch deutlich, dass bestehende Strategien nicht ausreichen und zentrale Fragen weiterhin ungeklärt sind.

Neben funktionierenden Hygienekonzepten, klaren Ausbruchsstrategien und dem gezielten Schutz besonders gefährdeter Patienten ist vor allem eines notwendig: Ehrlichkeit im Umgang mit bestehenden Risiken und Unsicherheiten.

Dazu gehört ausdrücklich, dass mögliche gesundheitliche Belastungen, sowohl infektionsbedingt als auch im Zusammenhang mit Impfungen, umfassend wissenschaftlich untersucht und ernst genommen werden.

Gerade im Gesundheitswesen, wo Vertrauen und Sicherheit zentrale Voraussetzungen sind, braucht es daher:

  • eine konsequente Verbesserung der Arbeitsbedingungen
  • verlässliche Schutzkonzepte auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse
  • sowie eine offene und ergebnisorientierte Aufarbeitung aller relevanten gesundheitlichen Risiken, einschließlich möglicher Langzeitfolgen und postvakzinal berichteter Beschwerden

Nur wenn Risiken vollständig erkannt, benannt und erforscht werden, kann ein wirksamer und glaubwürdiger Schutz für Personal und Patienten gewährleistet werden.

Eine Impfpflicht mit neuartigen Impfstoffen, ohne ausreichende Langzeit- und Nebenwirkungsstudien lehnen wir sowohl für Patienten, als auch für medizinisches Personal ab.“

Frage 6 – Welche wissenschaftlichen Kriterien und Entscheidungsprozesse liegen Ihren gesundheitspolitischen Maßnahmen zugrunde, und an welchen internationalen Beispielen oder Leitlinien orientieren Sie sich dabei?

„Wir fordern, dass gesundheitspolitische Entscheidungen auf belastbaren   epidemiologischen Daten, medizinischer Praxis und einer nachvollziehbaren Nutzen-Risiko-Abwägung beruhen. Maßgeblich sind dabei insbesondere:

  • medizinische Wirksamkeit,
  • Verhältnismäßigkeit zum tatsächlichen Risiko,
  • besonderer Schutz gefährdeter Gruppen,
  • Auswirkungen auf Versorgung, Personal und Gesellschaft,
  • laufende Überprüfung anhand neuer Erkenntnisse.

Gesundheitspolitische Maßnahmen sollten parlamentarisch kontrolliert und öffentlich diskutiert werden. Wir sprechen uns für einen offenen wissenschaftlichen Diskurs aus und lehnt eine einseitige Orientierung an einzelnen Behörden oder internationalen Organisationen ab.

Internationale Leitlinien können berücksichtigt werden, sollen aber nur angewandt werden, wenn sie sich in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern als geeignet und verhältnismäßig erweisen.

Wir stehen für die Wahrung von Meinungspluralismus, die Rückkehr zu aus unserer Sicht „bewährten wissenschaftlichen Diagnosemethoden“ und eine parlamentarische Aufarbeitung der Corona-Politik.

Statt zentraler und dauerhafter Vorgaben setzen wir als AfD auf einen risikobasierten Ansatz: gezielter Schutz vulnerabler Gruppen, freiwillige Prävention und eine starke medizinische Versorgung.“

Bündnis 90/Die Grünen Mecklenburg-Vorpommern
Die Grünen Mecklenburg-Vorpommern betrachten Long COVID und andere postvirale Erkrankungen als gesundheitspolitisch relevante chronische Folgen von Infektionen und fordern den Ausbau spezialisierter Versorgung, interdisziplinärer Forschung, sozialrechtlicher Absicherung und Gesundheitsberichterstattung. Zur Prävention setzen sie auf bessere Innenraumluft durch Lüftungs- und Filtersysteme, niedrigschwellige Impfangebote, Maskenempfehlungen in Hochrisikosituationen, wissenschaftsbasierte Kommunikation sowie kontinuierliches Monitoring; im Gesundheitswesen befürworten sie zudem verbindliche Hygienestandards, persönliche Schutzausrüstung und gezielte Teststrategien. Gesundheitspolitische Entscheidungen sollen auf wissenschaftlicher Evidenz, transparenten Verfahren und Empfehlungen nationaler und internationaler Fachinstitutionen wie RKI und WHO beruhen und zugleich Schutz, Verhältnismäßigkeit und gesellschaftliche Teilhabe berücksichtigen.
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Frage 1 – Welche konkreten gesundheitspolitischen Konsequenzen ziehen Sie aus der Erkenntnis, dass 10–15 % der Infizierten mit Long-COVID-Symptomen rechnen müssen?

„Aus der Erkenntnis, dass 10–15 % der Infizierten mit Long-COVID-Symptomen rechnen müssen, ziehen wir die klare Konsequenz, Long COVID als relevante chronische Erkrankung gesundheitspolitisch stärker zu adressieren. Für Bündnis 90/Die Grünen bedeutet das insbesondere den Ausbau spezialisierter Versorgungsstrukturen, die Förderung interdisziplinärer Forschung sowie die sozialrechtliche Absicherung der Betroffenen. Gleichzeitig sehen wir darin einen klaren Auftrag, Infektionsprävention konsequent zu stärken. Die vorliegenden Daten, unter anderem des Robert Koch-Instituts, verdeutlichen die Tragweite dieser Herausforderung für das Gesundheitssystem.“

Frage 2 – Wie bewerten Sie die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen?

„Hinweise auf weitere postvirale Erkrankungen bewerten wir als gesundheitspolitisch hoch relevant. Sie machen deutlich, dass Infektionskrankheiten nicht allein anhand akuter Verläufe bewertet werden dürfen, sondern auch ihre langfristigen gesundheitlichen Folgen systematisch berücksichtigt werden müssen. Wir setzen uns daher dafür ein, postvirale Syndrome stärker in Forschung, Versorgung und Gesundheitsberichterstattung zu verankern und entsprechende Strukturen auszubauen. Dieser Ansatz entspricht einem vorsorgeorientierten Public-Health-Verständnis im Sinne internationaler Leitlinien, etwa der World Health Organisation (WHO).“

Frage 3 – Welche Möglichkeiten der Prävention sehen Sie?

„Im Bereich der Prävention verfolgen wir einen umfassenden Ansatz, der sowohl strukturelle als auch individuelle Maßnahmen umfasst. Dazu gehören insbesondere die Verbesserung der Luftqualität in Innenräumen durch geeignete Lüftungs- und Filtersysteme, ein niedrigschwelliger Zugang zu Impfungen sowie klare Empfehlungen für Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken in Hochrisikosituationen. Ergänzend ist eine transparente und wissenschaftsbasierte Kommunikation zentral, um informierte Entscheidungen zu ermöglichen. Prävention verstehen wir dabei ausdrücklich als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Frage 4 – Welche vorsorglichen Maßnahmen plant Ihre Partei, um langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen?

„Um langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, setzen wir auf strukturelle Vorsorge und Resilienz. Dazu zählen insbesondere der Ausbau personeller Kapazitäten im Gesundheitswesen, die Stärkung ambulanter und sektorenübergreifender Versorgungsstrukturen sowie der gezielte Einsatz digitaler Lösungen zur besseren Koordination der Versorgung. Darüber hinaus ist ein kontinuierliches Monitoring von Infektionsgeschehen und Krankheitsfolgen notwendig, um frühzeitig reagieren und Maßnahmen evidenzbasiert anpassen zu können.“

Frage 5 – Welche Strategien sehen Sie zum Schutz des Personals und von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen vor?

„Der Schutz von Patientinnen und Patienten sowie des Personals im Gesundheitswesen hat für uns eine zentrale Priorität. Wir befürworten verbindliche Hygienestandards, die auch die Qualität der Raumluft berücksichtigen, einen verlässlichen Zugang zu persönlicher Schutzausrüstung sowie gezielte Teststrategien in besonders sensiblen Bereichen. Darüber hinaus sehen wir die Verbesserung der Arbeitsbedingungen als wesentlichen Bestandteil des Gesundheitsschutzes, um die Belastung des Personals zu reduzieren und die Stabilität des Systems langfristig zu sichern.“

Frage 6 – Welche wissenschaftlichen Kriterien und Entscheidungsprozesse liegen Ihren gesundheitspolitischen Maßnahmen zugrunde, und an welchen internationalen Beispielen oder Leitlinien orientieren Sie sich dabei?

„Unsere gesundheitspolitischen Maßnahmen basieren auf wissenschaftlicher Evidenz und transparenten Entscheidungsprozessen. Wir orientieren uns dabei an den Empfehlungen nationaler und internationaler Fachinstitutionen wie dem Robert Koch-Institut sowie der WHO und beziehen interdisziplinäre Expertise systematisch in die Entscheidungsfindung ein.

Ziel ist eine nachvollziehbare, verhältnismäßige und wirksame Gesundheitspolitik, die sowohl den Schutz der Bevölkerung als auch gesellschaftliche Teilhabe gewährleistet.“

Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen
Die Grünen Niedersachsen bewerten Long COVID und andere postvirale Erkrankungen als große Public-Health-Herausforderung und verweisen auf bereits aufgebaute Beratungs-, Forschungs- und Versorgungsstrukturen im Land, die weiter ausgebaut und dauerhaft finanziert werden sollen. Bei der Prävention setzen sie auf Impfungen, dauerhaft bessere Raumluftqualität, betrieblichen Gesundheitsschutz, systematische Nachsorge nach Infektionen sowie an postvirale Erkrankungen angepasste Rehabilitationsangebote; im Gesundheitswesen betonen sie die konsequente Anwendung bestehender Arbeitsschutz- und Infektionsschutzregeln. Gesundheitspolitische Entscheidungen sollen evidenzbasiert erfolgen und sich unter anderem auf das Landesgesundheitsamt, die Landesgesundheitskonferenz sowie interdisziplinäre Forschungsnetzwerke wie COFONI stützen, damit neue wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst schnell in die Landespolitik einfließen.
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Frage 1 – Welche konkreten gesundheitspolitischen Konsequenzen ziehen Sie aus der Erkenntnis, dass 10–15 % der Infizierten mit Long-COVID-Symptomen rechnen müssen?

„Initiiert durch die Bundesebene ist im November 2025 die Nationale Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen gestartet mit einem Schwerpunkt auf Long Covid und ME/CFS. Wir begrüßen dieses Engagement sehr, begreifen es allerdings im Schwerpunkt als Forschungs- und weniger als ein Versorgungsprogramm.

Niedersachsen hat schon vor diesen Beschlüssen eigene Strukturen aufgebaut. Bereits 2023 entstand eine landesweite Beratungshotline als zentrale Anlaufstelle, um Informationen über das Erkrankungsbild zu geben, eine Beratung anzubieten und Ansprechstellen zu vermitteln, auch in Kooperation mit der virtuellen COVID-Rehabilitationsklinik (ViCoRek) der MHH. Zudem wird in Niedersachsen betroffenen Patient*innen basierend auf den Inhalten der Richtlinie seit April 2024 ein Versorgungsangebot.

Seit Oktober 2020 unterstützt das Land Niedersachsen mit COFONI zudem ein interdisziplinäres Forschungsprogramm für Erkenntnisse zu COVID 19-Landzeitfolgen. Die institutionelle Brücke zur bundesweiten Versorgungslandschaft läuft über die MHH als COFONI-Partner: Als Teil eines bundesweiten Netzwerks soll das dortige Comprehensive Care Center zu besserer Diagnostik und Behandlung in Niedersachsen beitragen.

Niedersachsen hat also über COFONI vor dem Bund eigene Versorgungs- und Beratungsstrukturen geschaffen (Hotline 2023, Versorgungsangebot ab April 2024, während der Bund über den G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) und BMG-Förderlinien zeitversetzt nachzog. Die Verzahnung erfolgt in erster Linie über die MHH als gemeinsamen institutionellen Knotenpunkt.“

Frage 2 – Wie bewerten Sie die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen?

„Aus unserer Sicht stellen postvirale Erkrankungen eine große Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Das begründet sich schon allein aufgrund der hohen Zahl an Betroffenen und der möglichen Einschränkungen bei postviralen Symptomen wie eine erhebliche Minderung der Arbeits- und Alltagsfähigkeit und damit in der Folge zu einer hohen Inanspruchnahme von GKV-Leistungen und in chronischen, schweren Verläufen von Erwerbsminderungsrente, Eingliederungshilfe und Pflegeleistungen.

Vor diesem Hintergrund sind Investitionen in Public Health-Forschungen sinnvoll und voll gerechtfertigt, da fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse die Basis nachgelagerter (politischer) Entscheidungen sein sollten. Außerdem mindert der medizinische Fortschritt auf diesem Feld nicht nur individuelles Leid, sondern trägt auch dazu bei, gesellschaftlich hohe Kosten zu senken. Parallel sollten Versorgungsstrukturen dauerhaft etabliert und finanziell abgesichert werden, begleitet durch eine kontinuierliche Evaluation von Maßnahmen, damit Kosten möglichst effizient eingesetzt werden.“

Frage 3 – Welche Möglichkeiten der Prävention sehen Sie?

„Unser Anspruch ist es, Prävention zu stärken, zum einen bei der Verhinderung postviraler Erkrankungen (Primärprävention), zum anderen mit Blick auf eine Verhinderung von Chronifizierung (Sekundärprävention). Die aus unserer Sicht wirkungsvollste Präventivmaßnahme ist eine Impfung (dort wo es geprüfte Impfstoffe gibt). Wir sollten aber Prävention nicht als Notfallmaßnahme begreifen, sondern zum Dauerprinzip erheben und Maßnahmen wie Überprüfung der Raumluftqualität und Ausbau des betrieblichen Gesundheitsschutzes selbstverständlich und dauerhaft umsetzen.

In der Sekundärprävention sehen wir insbesondere die Möglichkeit einer systematischen Nachsorge nach einer akuten Infektion als besonders wirksam an, vor allem bei definierten Risikogruppen aufgrund von Vorerkrankungen oder einem schweren Akutverlauf. Darüber hinaus ist eine umfassende Aktivitätssteuerung im Nachgang einer Infektion von Bedeutung, denn übermäßige Belastung in der Erholungsphase erhöht das Chronifizierungsrisiko erheblich.

Zuletzt müssen wir auch unsere bestehenden Reha-Strukturen überdenken und ggf. anpassen, denn sie sind auf postvirale Syndrome konzeptionell noch zu wenig ausgerichtet. Beispielsweise können belastungsbasierte Therapieansätze (wie Ausdauertraining) bei ME/CFS-Patient*innen dem Behandlungsziel entgegen wirken.“

Frage 4 – Welche vorsorglichen Maßnahmen plant Ihre Partei, um langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen?

„Auf diesem Feld sind wir als Landtagsfraktion sehr aktiv. Wir arbeiten seit Beginn der Wahlperiode intensiv an der Thematik und haben Jahresbeginn einen Antrag im Landtag mit der SPD beschlossen (Drucksache 19/5086). Darin fordern wir ein ganzes Bündel an (präventiven) Maßnahmen zugunsten von Menschen, die an Long/Post-Covid bzw. an ME/FS leiden. Unter anderem werden wir in Niedersachswen gemeinsam mit den Zentren für seltene Erkrankungen und den gesetzlichen Krankenkassen ein Behandlungskonzept entwickeln, das speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnitten ist, die an Fatigue-Syndromen leiden.

Daneben werden wir die Beschäftigten des Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie beim Umgang mit Anträgen zur Anerkennung von gesundheitlichen Schäden wegen einer COVID-19-Schutzimpfung durch Weiterbildungen unterstützen. Das Ziel ist hier, eine kürzere Bearbeitungsdauer von Anträgen zu erreichen. Perspektivisch wollen wir auch die European Medical School der Universität Oldenburg in die Versorgung von Betroffenen miteinzubeziehen, um ein landesweites Angebot über drei Standorte (Hannover, Göttingen, Oldenburg) zu erreichen,

Weitere präventive Konzepte richten sich an Kinder und Jugendliche, um vor den Auswirkungen und Folgen beim Missbrauch von „Alltagsdrogen“ wie Alkohol, Nikotin (einschließlich beim Konsum über E-Zigaretten und Vapes), umfassen aber auch Präventionsprogramme zur Freizeitdroge Lachgas. Darüber hinaus setzen wir uns für zielgruppengerechte Maßnahmen zur Einsamkeitsprävention und -intervention ein und wollen entsprechende Maßnahmen ausbauen, weil auch solche Programme vor individuellen Erkrankungen oder der Verschlechterung des Gesundheits- bzw. Pflegezustands schützen.“

Frage 5 – Welche Strategien sehen Sie zum Schutz des Personals und von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen vor?

„In Niedersachsen haben wir ein differenziertes Arbeitsschutzrecht. Dazu zählt auch die Biostoffverordnung, die auch SARS-CoV-2 erfasst und Arbeitgeber zu Gefährdungsbeurteilungen bei biologischen Arbeitsstoffen verpflichtet. Daneben gelten die Vorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zum Arbeitsschutz und auch die BGW-Empfehlungen für Gesundheitsberufe setzen Standards für Schutzausrüstung und bei der Minimierung des Ausgesetztseins gegenüber einem Einfluss wie Strahlung oder Krankheitserreger. Für uns ist es zunächst wichtig, dass diese Rechte und Regelungen konsequent zur Anwendung kommen. Darüber hinaus stützen wir die wichtige Institution der Landespatientenbeauftragten und befördern insbesondere Strategien, die einen mündigen Patienten fördern. In diesem Zusammenhang ist die Kenntnis über eigene Rechte von Bedeutung wie beispielsweise die Einsicht in die Patientenakte und das Wissen darüber, welche Schritte bei einem vermuteten Behandlungsfehler ergriffen werden können.

Als regierungstragende Fraktion waren wir maßgeblich an der Novelle des Niedersächsischen Krankenhausgesetzes (NKHG) beteiligt, in dem der Schutz des Personals wie der von Patient*innen erheblich gestärkt wurde. Das reicht von einem anonymen Fehlermeldesystem, über das Mitarbeiter*innen Verdachtsmomente für Fehlverhalten oder Straftaten innerhalb des Krankenhausbetriebes melden können, ohne dass ihre Identität bekannt wird, über die Einführung einer*s Patientenfürsprecher*in bis hin zu Regelungen über das Entlassmanagement, um Patient*innen beim Übergang in die Versorgung nach der Krankenhausbehandlung sowie ihre Angehörigen besser zu unterstützen.“

Frage 6 – Welche wissenschaftlichen Kriterien und Entscheidungsprozesse liegen Ihren gesundheitspolitischen Maßnahmen zugrunde, und an welchen internationalen Beispielen oder Leitlinien orientieren Sie sich dabei?

„Wir vertrauen bei unseren Entscheidungen u.a. auf Erkenntnisse des niedersächsischen Landesgesundheitsamts, bspw. in Fragen des Infektionsschutzes. Daneben stehen wir in engem Austausch mit der Landesgesundheitskonferenz Niedersachsen (LGK), insbesondere bei Definition und Ausarbeitung zu bestimmten Gesundheitszielen. Speziell zu den Folgen der Corona-Pandemie und der Vorbereitung auf künftige Gesundheitskrisen haben wir in Niedersachsen mit dem COFONI-Netzwerk ein einzigartiges Modell etabliert und gefördert, das durch die Zusammenarbeit von Grundlagen-, klinischer und Versorgungsforschung sowie der Einbindung von Sozial- und Gesellschaftswissenschaften getragen war.

Diese Beispiele zeigen, dass evidenzbasierte Politik im Gesundheitswesen für unsere Arbeit wesentlicher Grundstein ist. Gleichzeitig sind wir uns ständig der Frage bewusst welche institutionellen Voraussetzungen zusätzlich geschaffen werden könnten, damit wissenschaftliche Hinweise – etwa zu postviralen Erkrankungen – zeitnah und systematisch in die Landespolitik einfließen. Auch hierüber sind wir mit allen relevanten Akteuren des Gesundheitssystems in Niedersachsen im Austausch.“

Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt
Die Grünen Sachsen-Anhalt bewerten Long COVID und andere postvirale Erkrankungen als gesundheitspolitisch hoch relevant und fordern spezialisierte Anlaufstellen, verlässliche Information, eine bessere Umsetzung bestehender Leitlinien sowie eine stärkere Verzahnung von Forschung und Versorgung. Bei der Prävention setzen sie auf Aufklärung, Hygiene, Impfungen, klare Regelungen bei Krankschreibungen und insgesamt einen stärkeren öffentlichen Fokus auf den Schutz vor Infektionen; im Gesundheitswesen soll unter anderem die Rolle von Hygienebeauftragten gestärkt werden. Gesundheitspolitische Entscheidungen sollen sich an evidenzbasierten Erkenntnissen und Empfehlungen einschlägiger Institutionen wie WHO, RKI, STIKO, Fachgesellschaften und weiterer Gesundheitsorganisationen orientieren.
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Frage 1 – Welche konkreten gesundheitspolitischen Konsequenzen ziehen Sie aus der Erkenntnis, dass 10–15 % der Infizierten mit Long-COVID-Symptomen rechnen müssen?

„Dass wir ein bedarfsgerechtes Informations- und Leistungsangebot absichern müssen, mit spezialisierten Anlaufstellen für Betroffene, damit diese zielgenaue Informationen, Unterstützung und Hilfe erhalten. Dazu gehört eine umfassende verlässliche Öffentlichkeitsarbeit und kontinuierliche Informationspolitik. Damit bspw. die Leitlinie des GBA zu Long-COVID und dem chronischen Fatigue-Syndrom über die Gremien der Selbstverwaltung hinaus möglichst schnell und flächendeckend bei der Behandlung der Betroffenen in Sachsen-Anhalt zur Anwendung kommt.“

Frage 2 – Wie bewerten Sie die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen?

„Die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen ist außerordentlich hoch, da diese Zustände nicht nur individuelle Schicksale betreffen, sondern massive Auswirkungen auf das Gesundheitssystem und die gesamte Gesellschaft haben. Die Anerkennung dieser Krankheitsbilder als nationale Gesundheitsaufgabe unterstreicht ihre Bedeutung. Daher begrüßen wir die von der Bundesregierung ausgerufene Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen. Diese wollen wir im Land eng begleiten und umsetzen. Beispielsweise durch eine bedacht Risikokommunikation, die darauf zielt, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken, damit Betroffene Symptome frühzeitig deuten können.“

Frage 3 – Welche Möglichkeiten der Prävention sehen Sie?

„Prävention ist zu stärken durch verbesserte Aufklärung etwa in Sachen Hygiene und Schutzmaßnahmen wie Imfpungen. Klare Regelungen hinsichtlich Krankschreibungen und Mitverantwortung für Mitmenschen und Kollegen. Da Heilungsmöglichkeiten begrenzt sind, muss der Schutz vor Infektionen stärker in den Fokus des öffentlichen Gesundheitsschutzes rücken.“

Frage 4 – Welche vorsorglichen Maßnahmen plant Ihre Partei, um langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen?

„Im Rahmen der erwähnten Dekade setzen wir auf entsprechende Forschung und Anwendung auch in Sachsen-Anhalt. Denn das Hauptaugenmerk liegt darauf, die bisherige Unterforschung zu beenden, um die hohen gesellschaftlichen Kosten durch wirksame Therapien zu senken. Damit Krankheitsmechanismen und die Identifikation von Biomarkern für eine schnellere Diagnostik sowie die Durchführung klinischer Arzneimittelstudien genutzt werden können. Wir sehen das Land in der Pflicht die Allianz postinfektiöse Erkrankungen, die dazu beiträgt Grundlagenforschung enger mit der Patientenversorgung zu verzahnen zu unterstützen und hiesige Akteure in ihrer entsprechenden Arbeit zu unterstützen.“

Frage 5 – Welche Strategien sehen Sie zum Schutz des Personals und von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen vor?

„Als ein Beispiel: Die Rolle der Hygienebeauftragten ist weiter zu stärken in den Einrichtungen. Gerade auch in Pflegeeinrichtungen. Für dieses Thema ist weiter zu sensibiliseren und der entsprechende Wissenstransfer zu leiten.“

Frage 6 – Welche wissenschaftlichen Kriterien und Entscheidungsprozesse liegen Ihren gesundheitspolitischen Maßnahmen zugrunde, und an welchen internationalen Beispielen oder Leitlinien orientieren Sie sich dabei?

„Die Leitlinien und Positionen der einschlägigen Gremien und Institutionen von der WHO über die Robert-Koch-Institute, der ständigen Impfkommission, den Fachgesellschaften und NGO´s wie der Dt. Krebshilfe, der Alzheimer Gesellschaft etc. pp. sind für unsere Politik ausschlaggebend. Unsere Politik basiert auf evidenzbasierten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Handlungsempfehlungen. Maßgeblich auf Bundesebene sind entsprechend die Spitzenverbände der Selbstverwaltung und in Public-Health mit besonderem Augenmerk auf der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung.“

CDU Mecklenburg-Vorpommern
Die CDU Mecklenburg-Vorpommern bewertet Long COVID und andere postinfektiöse Erkrankungen als relevante gesundheitspolitische Herausforderung und setzt auf den weiteren Ausbau spezialisierter Versorgung und Forschung, insbesondere über die bestehenden Zentren und Projekte in Rostock und Greifswald. Zur Prävention nennt sie Impfungen, allgemeinen Infektionsschutz und den Schutz besonders vulnerabler Gruppen sowie Sekundär- und Tertiärprävention; zugleich will sie die Resilienz des Gesundheitssystems durch verbindliche Vorsorge-, Interventions- und Investitionsprogramme stärken. Zum Schutz von Personal und Patientinnen und Patienten sollen Infektionsrisiken am Arbeitsplatz reduziert, Wiedereingliederung und Telemedizin ausgebaut sowie für Krisen Reservekapazitäten und gegebenenfalls Medikamentenvorräte geschaffen werden; gesundheitspolitische Entscheidungen sollen sich dabei besonders an regionalen Forschungsergebnissen aus Greifswald und Rostock orientieren.
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Frage 1 – Welche konkreten gesundheitspolitischen Konsequenzen ziehen Sie aus der Erkenntnis, dass 10–15 % der Infizierten mit Long-COVID-Symptomen rechnen müssen?

„Die Maßnahmen zur Versorgung von Long-Covid-Patienten wurden in vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Auf Bundesebene wurde die „Nationale Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen“ angekündigt. Dazu werden rund 500 Millionen Euro für die Forschung bereitgestellt. Weiterhin wurde sich auf den Aufbau spezialisierter Versorgungsangebote verständigt, z.B. das Netzwerk PEDNET-LC. Positiv ist zudem, dass es nun deutliche bessere Behandlungs- und Abrechnungsmöglichkeiten über die Gesetzliche Krankenversicherung gibt.

Auf Landesebene wurden an den Universitätsmedizinen Rostock und Greifswald zwei Anlaufstellen und Projekte aufgebaut. Mit dem Comprehensive Long COVID Center in Greifswald und dem COVICare-M-V in Rostock wurde die Versorgung, Diagnostik und Forschung deutlich ausgebaut und verbessert. Diese Projekte wollen wir möglichst weit über das Jahr 2028 hinaus unterstützen.“

Frage 2 – Wie bewerten Sie die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen?

„Positiv, mit der Nationalen Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen wurden diese Hinweise politisch aufgegriffen. Angesichts der hohen Anzahl potenziell Betroffener muss nicht nur das individuelle Krankheitsbild betrachtet werden, sondern die Auswirkungen auf die gesamte Bevölkerung (medizinisch, gesellschaftlich und ökonomisch).“

Frage 3 – Welche Möglichkeiten der Prävention sehen Sie?

„Die wichtigsten Maßnahmen, um eine postinfektiöse Erkrankung zu vermeiden bzw. der Verlauf abzuschwächen, sind Impfungen, allgemeiner Infektionsschutz und der Schutz besonders vulnerabler Gruppen. Aber auch die Behandlung (Sekundärprävention) und Nachbehandlung (Tertiärprävention) spielen eine wichtige Rolle.“

Frage 4 – Welche vorsorglichen Maßnahmen plant Ihre Partei, um langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen?

„Wir wollen vor allem die angesprochenen Forschungsprojekte in Rostock und Greifswald nutzen, um deren Ergebnisse in konkrete gesundheitspolitische zu überführen. Die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, dass das Gesundheitssystem in Deutschland an vielen Stellen besser und effizienter werden muss. Wir wollen daher die Resilienz des Gesundheitswesens stärken: verbindliche Vorsorge-, Interventions- und Investitionsprogramme sind dafür notwendig.“

Frage 5 – Welche Strategien sehen Sie zum Schutz des Personals und von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen vor?

„Gerade für Mecklenburg-Vorpommern, wo personelle Ressourcen ohnehin schon begrenzt vorhanden ist, ist der Gesundheitsschutz des Personals ein wichtiger Aspekt. Wir werden daher die Akteure im Gesundheitswesen nach Möglichkeit dabei unterstützen, beispielsweise das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz zu minimieren sowie die Wiedereingliederung nach einer Infektion zu verbessern. Gerade in pandemischen Zeiten gewinnt zudem die telemedizinische Behandlung zusätzlich an Bedeutung. Wir wollen diese Versorgungsform unabhängig von Pandemien deutlich ausbauen. Davon profitieren letztlich auch die Patienten. Darüber hinaus ist es beispielsweise unser Ziel für Pandemie- und Notfalllagen eine ausreichende Reservebettenzahl vorzuhalten. Ebenso werden wir uns dafür einsetzen, dass der Aufbau einer landesseitigen Medikamentenreserve in Betracht gezogen wird.“

Frage 6 – Welche wissenschaftlichen Kriterien und Entscheidungsprozesse liegen Ihren gesundheitspolitischen Maßnahmen zugrunde, und an welchen internationalen Beispielen oder Leitlinien orientieren Sie sich dabei?

„Bei unseren zukünftigen gesundheitspolitischen Entscheidungen, gerade mit Blick auf postinfektiöse Erkrankungen, wollen wir insbesondere auf die Forschungsergebnisse aus Greifswald und Rostock zurückgreifen. Sie bieten mit Sicherheit einen sehr guten Blick auf die Versorgungs- und Infektionssituation in Mecklenburg-Vorpommern, sodass die regionalen Besonderheiten berücksichtigt werden können.“

Die Linke Berlin
Die Linke Berlin bewertet Long COVID und andere postvirale Erkrankungen als langfristige Public-Health-Herausforderung und fordert wohnortnahe, niedrigschwellige interdisziplinäre Ambulanzen, mehr Forschung insbesondere zu ME/CFS sowie bessere Aufklärung und Fortbildung. Zur Prävention setzt sie auf Impfungen, wirksamen Infektionsschutz und barrierefreie Versorgungsangebote; im Gesundheitswesen sollen gute Raumluft durch Lüftungs- und Filterkonzepte, geeignete Schutzausrüstung, klare Hygienestandards und gezielte Schutzmaßnahmen bei erhöhtem Infektionsgeschehen Personal und Patientinnen und Patienten schützen. Gesundheitspolitische Entscheidungen sollen sich an evidenzbasierter Medizin, Public Health, unabhängigen Fachgesellschaften sowie nationalen und internationalen Leitlinien orientieren und transparent an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst werden.
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Frage 1 – Welche konkreten gesundheitspolitischen Konsequenzen ziehen Sie aus der Erkenntnis, dass 10–15 % der Infizierten mit Long-COVID-Symptomen rechnen müssen?

„Die Versorgung von Menschen mit Long COVID ist in Deutschland und auch in Berlin weiterhin unzureichend. Es fehlen spezialisierte und flächendeckend verfügbare Versorgungsangebote, die Betroffenen eine wirksame Diagnostik, Behandlung und Linderung ihrer Beschwerden ermöglichen. Deshalb wollen wir die bestehenden Angebote zur Versorgung von Long-COVID-Erkrankten unterstützen und ausbauen, da die vorhandenen Kapazitäten dem tatsächlichen Bedarf nicht gerecht werden. 

Wir streben berlinweit wohnortnahe und niedrigschwellige interdisziplinäre Long-/Post-COVID-Ambulanzen als zentrale Anlaufstellen für Betroffene an. Dabei wollen wir prüfen, wie diese Angebote an Krankenhäuser angebunden werden können, wie das Long-COVID-Netzwerk der Kassenärztlichen Vereinigung besser eingebunden werden kann und ob die bestehenden Strukturen des Long-/Post-COVID-Netzwerks der Charité gebündelt und um erweiterte Diagnostik sowie Therapiesteuerung ergänzt werden können.“

Frage 2 – Wie bewerten Sie die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen?

„Hinweise auf weitere postvirale Erkrankungen wie ME/CFS unterstreichen die hohe Public-Health-Relevanz dieser Erkrankungen. Sie machen deutlich, dass es sich nicht um Einzelfälle, sondern um eine langfristige Herausforderung für das Gesundheitswesen handelt. Daher setzen wir uns für eine Forschungsförderung ein, die der Schwere, Häufigkeit und dem bestehenden Forschungsrückstand insbesondere bei ME/CFS angemessen ist und die Entwicklung wirksamer Therapien und Medikamente voranbringt.“

Frage 3 – Welche Möglichkeiten der Prävention sehen Sie?

„Zur Prävention gehören neben Impfungen und Infektionsschutzmaßnahmen auch eine bessere Aufklärung der Bevölkerung und des medizinischen Personals über Risiken, Frühsymptome und den Umgang mit postviralen Erkrankungen. Barrierefreie Versorgungsangebote wie Hausbesuche oder telemedizinische Leistungen müssen ausgebaut werden, um insbesondere schwer Erkrankte zu erreichen.“

Frage 4 – Welche vorsorglichen Maßnahmen plant Ihre Partei, um langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen?

„Um die langfristigen Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, sind eine stärkere Anerkennung der Erkrankungen im Gesundheitswesen, bessere Fortbildungsangebote sowie der Ausbau spezialisierter Versorgungsstrukturen erforderlich. Eine umfassende Aufklärungs- und Präventionsstrategie einschließlich eines wirksamen Infektionsschutzes ist dabei unverzichtbar.“

Frage 5 – Welche Strategien sehen Sie zum Schutz des Personals und von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen vor?

„Der Schutz von Patientinnen und Patienten sowie des Personals im Gesundheitswesen erfordert einen wirksamen und situationsangepassten Infektionsschutz. Dazu gehören eine gute Raumluftqualität durch Lüftungs- und Filterkonzepte, die Bereitstellung geeigneter Schutzausrüstung, klare Hygienestandards sowie die Möglichkeit, bei erhöhtem Infektionsgeschehen gezielt Schutzmaßnahmen umzusetzen. Besonders vulnerable Patientengruppen müssen durch entsprechende Schutzkonzepte berücksichtigt werden. Zudem wollen wir die Prävention nosokomialer Infektionen (Krankenhausinfektionen) stärken und die Beschäftigten im Gesundheitswesen durch regelmäßige Fortbildungen sowie einen besseren Arbeitsschutz unterstützen.“

Frage 6 – Welche wissenschaftlichen Kriterien und Entscheidungsprozesse liegen Ihren gesundheitspolitischen Maßnahmen zugrunde, und an welchen internationalen Beispielen oder Leitlinien orientieren Sie sich dabei?

„Unsere gesundheitspolitischen Entscheidungen orientieren sich an den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin und des Public-Health-Ansatzes. Maßgeblich sind der aktuelle Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse, die Empfehlungen unabhängiger Fachgesellschaften sowie die Erfahrungen von Betroffenen und Behandelnden. Wir beziehen nationale und internationale Leitlinien sowie Empfehlungen von WHO und anderen wissenschaftlichen Institutionen in unsere Entscheidungen ein. Dabei beobachten wir auch internationale Entwicklungen und Versorgungsmodelle, um erfolgreiche Ansätze auf ihre Übertragbarkeit auf Deutschland und Berlin zu überprüfen. Gesundheitspolitische Maßnahmen müssen transparent, nachvollziehbar und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse anpassbar sein.“

Die Linke Sachsen-Anhalt
Die Linke Sachsen-Anhalt fordert dauerhaft finanzierte spezialisierte Post-/Long-COVID- und ME/CFS-Versorgungsangebote, mehr Forschung, bessere epidemiologische Datenerfassung und umfassende Information für Betroffene und Ärzteschaft. Zur Prävention setzt sie auf Aufklärung, Impfungen ohne Zwang, strukturelle Maßnahmen wie Luftfilter in Kitas, Schulen und öffentlichen Gebäuden sowie besseren Arbeitsschutz; zugleich sollen Reha, Diagnostik und Versorgung auch im ländlichen Raum ausgebaut werden. Gesundheitspolitisch orientiert sie sich unter anderem an WHO-, CDC- und internationalen ME/CFS-Kriterien und betont besonders PEM, geschlechtsspezifische Daten sowie die Vermeidung ungeeigneter aktivierender Therapien.
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Frage 1 – Welche konkreten gesundheitspolitischen Konsequenzen ziehen Sie aus der Erkenntnis, dass 10–15 % der Infizierten mit Long-COVID-Symptomen rechnen müssen?

„Die Linke fordert den Aufbau und die dauerhafte Landesfinanzierung spezialisierter Post- und Long-COVID-Ambulanzen im Bundesland. Betroffene dürfen nicht an die bürokratischen und langwierigen Hürden der Unfallkassen oder Berufsgenossenschaften verwiesen werden. Da das chronische Erschöpfungssyndrom (ME/CFS) oft die schwerste Verlaufsform von Long-COVID darstellt, fordern wir eine spezifische, spezialisierte Anlaufstelle für diese Patientengruppe. Ebenso hatten wir gefordert, dass eine staatliche Informationsplattform eingerichtet werden soll. Diese muss strukturierte Begriffserklärungen, Verweise zu qualifizierten Haus- und Fachärzten, spezialisierten Reha-Einrichtungen sowie Kontaktdaten zu Selbsthilfegruppen bündeln. Wir haben die Versäumnisse der aktuellen Landesregierung benannt und verlangt, der Erforschung von Post- Seite 2 / 4 COVID-Erkrankungen auf Landesebene Priorität einzuräumen, anstatt passiv auf Bundesberichte zu warten. Da statistisch Frauen häufiger von den Langzeitfolgen betroffen sind, ist eine gezielte Ausrichtung der medizinischen Beratungs- und Versorgungsstrukturen auf diese geschlechtsspezifischen Bedarfe vorzusehen.“

Frage 2 – Wie bewerten Sie die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen?

„Die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen ist hoch. Sie ermöglichen eine frühzeitige Erkennung und Behandlung langanhaltender gesundheitlicher Beeinträchtigungen nach Infektionen, was die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessern kann. Durch das Bewusstsein für solche Erkrankungen können Gesundheitsressourcen gezielter eingesetzt und Präventionsstrategien entwickelt werden. Zudem trägt die Erforschung postviraler Syndrome zur besseren Vorbereitung auf zukünftige Pandemien bei, indem langfristige Folgen besser verstanden und vermieden werden. Insgesamt sind diese Hinweise ein wichtiger Bestandteil eines ganzheitlichen Ansatzes im öffentlichen Gesundheitswesen.

Daher fordert die Linke eine flächendeckende Aufklärung der Ärzteschaft, um Fehlbehandlungen zu verhindern. Das Land muss eigenständig epidemiologische Daten erfassen und die Forschung an den Universitätskliniken in Magdeburg und Halle massiv ausbauen.“

Frage 3 – Welche Möglichkeiten der Prävention sehen Sie?

„Die Linke sieht als Möglichkeit u.a. eine proaktive, niedrigschwellige Informationskampagne. Hilfreich ist eine umfassende und transparente Aufklärung über den Nutzen von Impfungen. Staatliche Aufklärung soll Impfmüdigkeit entgegenwirken, ohne auf Zwang zu setzen. Gesundheitsschutz beruht nicht allein auf individuellem Verhalten (wie Maskentragen oder Abstand halten), es bedarf auch einer Verhältnisprävention, also die gesundheitsgerechte Gestaltung der Lebenswelten der Menschen wie bspw. mit Luftfilteranlagen in Kitas, Schulen und öffentlichen Gebäuden. Auch die Verbesserung von Arbeitsschutzstrukturen zur Reduzierung von Infektionsrisiken am Arbeitsplatz zählen dazu. Prävention muss nach unserer Auffassung im Alltag verankert sein, um die allgemeine Resilienz der Bevölkerung gegenüber Infektionskrankheiten zu stärken.“

Frage 4 – Welche vorsorglichen Maßnahmen plant Ihre Partei, um langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen?

„Die Linke fordert ein zweckgebundenes Landesinvestitionsprogramm in Höhe von 37 Millionen Euro. Diese Summe soll explizit vorsorglich in den Ausbau von spezialisierten Kur- und Rehabilitationsmaßnahmen sowie in die langfristige Erforschung postviraler Krankheitsbilder fließen. Um Versorgungslücken im ländlichen Raum abzuwenden, fordert die Linke, dass das Land die Investitionskosten kommunaler Krankenhäuser vollständig übernimmt, anstatt Defizite auf die Städte und Gemeinden abzuwälzen. Medizinische Strukturen müssen so geplant werden, dass spezialisierte Diagnostik für chronisch Erkrankte nicht nur in Ballungsräumen (wie Halle oder Magdeburg), sondern flächendeckend in der Peripherie erreichbar ist. Die Linke setzt sich für einen umfassenden Pandemierat bzw. eine breit aufgestellte Kommission ein. Dieser soll aus den gewonnenen Daten vorsorgliche Richtlinien erarbeiten, damit das Gesundheitssystem bei künftigen Infektionswellen und deren chronischen Langzeitfolgen nicht erneut unvorbereitet reagiert.“

Frage 5 – Welche Strategien sehen Sie zum Schutz des Personals und von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen vor?

„Die Linke fordert eine allgemeinverbindliche, gesetzliche Personalbemessung für alle patientenrelevanten Berufsgruppen. Das Personal soll durch feste Schlüssel geschützt werden, um chronische Überarbeitung, Überstunden und einen hohen Krankenstand strukturell zu bekämpfen. Durch gesetzliche Vorgaben soll verhindert werden, dass Kliniken auf Kosten der Belegschaft und zulasten der Patientensicherheit Personal einsparen, um Gewinne zu erwirtschaften. Das DRG-System sehen wir als größte Gefahr für das Patientenwohl. Da es Fehlanreize für schnelle Entlassungen und unnötige, aber lukrative Operationen setzt, fordert Die Linke den Wechsel hin zu einer bedarfsgerechten Finanzierung. Um den Ausverkauf oder die Schließung kommunaler Kliniken zu verhindern, schlagen wir eine landeseigene Gesellschaft vor. Zum Schutz vulnerabler Patientengruppen unterstützt die Linke Initiativen wie den anonymen Krankenschein oder elektronische Gesundheitskarten für Menschen ohne regulären Krankenversicherungsschutz.“

Frage 6 – Welche wissenschaftlichen Kriterien und Entscheidungsprozesse liegen Ihren gesundheitspolitischen Maßnahmen zugrunde, und an welchen internationalen Beispielen oder Leitlinien orientieren Sie sich dabei?

„Die Linke stützt sich auf die Erkenntnis der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die ME/CFS bereits seit 1969 als neurologische, organische Systemerkrankung klassifiziert. Maßnahmen basieren streng auf dem Kriterium der Post-Exertional Malaise (PEM) – einer neuroimmunologischen Belastungsintoleranz. Seite 4 / 4 Zudem fließen geschlechtsspezifische Daten ein, da epidemiologische Studien zeigen, dass Frauen statistisch häufiger von postviralen Syndromen betroffen sind. Die Linke lehnt überholte psychiatrische Ansätze ab. Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass ungesteuerte Aktivierungstherapien (Graded Exercise Therapy) den Zustand von PEM-Patienten dauerhaft verschlechtern können, ist das Kernkriterium für ihre Forderung nach flächendeckenden Ärztefortbildungen. Die Linke verweist auf die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC), die frühzeitig klare klinische Kriterien für die Diagnose postviraler Erschöpfungszustände formulierten und die biologischen Ursachen (wie mitochondriale Dysfunktionen) ins Zentrum der Forschung rückten. Bei der Definition von Versorgungsbedarfen stützt sich die Linke auf die internationalen Konsenskriterien für ME/CFS, um eine saubere Abgrenzung zu depressiven oder rein psychosomatischen Erschöpfungszuständen zu gewährleisten.“

Piratenpartei Deutschland
Die Piratenpartei fordert eine deutliche Stärkung der Versorgungsforschung zu Long COVID und ME/CFS, einheitliche diagnostische Standards, mehr nicht-kommerzielle Forschung sowie die flächendeckende Anerkennung postviraler Erkrankungen und geeignete Versorgungsangebote. Zur Prävention setzt sie besonders auf technische Maßnahmen wie verpflichtende Lufthygiene mit HEPA-Filtern und CO₂-Messungen in öffentlichen Innenräumen, die Kostenübernahme für Impfungen und niedrigschwellige Screenings; im Gesundheitswesen fordert sie zudem saubere Raumluft, ausreichende Personalschlüssel sowie Vorräte an Schutzausrüstung und Testkapazitäten. Gesundheitspolitische Entscheidungen sollen auf evidenzbasierter Medizin, transparenten und frei zugänglichen Forschungsergebnissen, international anerkannten Standards und einer stärkeren Patientenbeteiligung beruhen.
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Frage 1 – Welche konkreten gesundheitspolitischen Konsequenzen ziehen Sie aus der Erkenntnis, dass 10–15 % der Infizierten mit Long-COVID-Symptomen rechnen müssen?

„Wir fordern eine massive Stärkung der Versorgungsforschung sowie die Anerkennung der „Kanadischen Konsenskriterien“ als diagnostischen Standard für Long-COVID und ME/CFS. Durch einheitliche Maßstäbe und die Einstufung der Schwere nach der „Bell-Skala“ wollen wir verbindliche Rechtssicherheit für Patienten gegenüber Sozialbehörden und Versorgungsämtern schaffen. Zusätzlich muss die nicht-kommerzielle Forschung zu diesen Langzeitfolgen gezielt gefördert werden, um wirksame Therapien schnellstmöglich in die Regelversorgung zu integrieren.“

Frage 2 – Wie bewerten Sie die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen?

„Postvirale Erkrankungen und „Long Haulers“ werden von uns als schwerwiegende Krankheitsbilder mit hoher Relevanz eingestuft, die oft mit erheblichen Behinderungen im neurologischen Spektrum einhergehen. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Diagnosen sowie rheumatische Folgeerkrankungen flächendeckend anerkannt werden und kontraproduktive oder veraltete Rehabilitationsmaßnahmen nicht länger verpflichtend sind. Die systematische Erforschung dieser Krankheitsbilder ist essenziell, um die soziale Inklusion der Betroffenen zu sichern und Vorurteile durch gezielte Aufklärung abzubauen.“

Frage 3 – Welche Möglichkeiten der Prävention sehen Sie?

„Wir setzen auf evidenzbasierte Prävention durch technische Lösungen wie die gesetzliche Verpflichtung zur Lufthygiene mittels HEPA-Filtern und CO₂-Messungen in allen öffentlichen Innenräumen. Ergänzend fordern wir die vollständige Kostenübernahme von Impfungen für alle zugelassenen Altersgruppen sowie den Ausbau niederschwelliger Screenings zur Früherkennung chronischer Leiden. Gesundheitliche Bildung muss zudem als Schulfach etabliert werden, um bereits frühzeitig Kompetenzen für ein eigenverantwortliches und gesundheitsförderndes Verhalten zu vermitteln.“

Frage 4 – Welche vorsorglichen Maßnahmen plant Ihre Partei, um langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen?

„Zur langfristigen Stabilisierung planen wir eine solidarische Bürgerversicherung, die alle Einkommensarten einbezieht und eine „Behandlung nach Kassenlage“ dauerhaft ausschließt. Durch den Ausbau von Telemedizin, Online-Sprechstunden und kommunalen Versorgungszentren sichern wir eine flächendeckende Versorgung, insbesondere in ländlichen Räumen. Eine „Positivliste“ für Arzneimittel soll zudem garantieren, dass begrenzt verfügbare Mittel effizient für Medikamente mit hohem Grad an nachgewiesenem Patientennutzen eingesetzt werden.“

Frage 5 – Welche Strategien sehen Sie zum Schutz des Personals und von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen vor?

„Wir fordern wissenschaftlich fundierte Personalschlüssel und attraktive Arbeitsbedingungen, um Fachkräfte zu schützen und die Versorgungsqualität durch ausreichend Zeit für Zuwendung zu sichern.

Patienten und Personal profitieren gleichermaßen von der gesetzlichen Verankerung sauberer Raumluft in medizinischen Einrichtungen, um Infektionsrisiken technisch zu minimieren. Zudem muss eine ständige Bevorratung mit hochwertiger Schutzausrüstung und Testkapazitäten sichergestellt sein, um in Krisenzeiten sofortigen Schutz ohne Lieferengpässe zu gewährleisten.“

Frage 6 – Welche wissenschaftlichen Kriterien und Entscheidungsprozesse liegen Ihren gesundheitspolitischen Maßnahmen zugrunde, und an welchen internationalen Beispielen oder Leitlinien orientieren Sie sich dabei?

„Unsere Maßnahmen basieren konsequent auf den Prinzipien der evidenzbasierten Medizin, wobei nur belastbare Studien zur Beurteilung von Therapien und Medikamenten herangezogen werden. Wir orientieren uns an internationalen Standards wie den Zulassungen der EMA und fordern die volle Transparenz sowie den „Open Access“ zu allen öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen, um Hürden durch Patente zu reduzieren. Des Weiteren setzen wir uns dafür ein, dass der Fortschritt nicht mehr durch Paywalls verborgen bleibt. Entscheidungsprozesse in der Selbstverwaltung müssen zudem durch eine stimmberechtigte Patientenvertretung und unabhängige wissenschaftliche Begleitung demokratisiert und nachvollziehbar – transparent und evidenzbasiert – gestaltet werden. Daher unterstützen wir die FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) und insbesondere in Anbetracht des Klimawandels die Nachhaltigkeit – CO₂-neutrale Konferenzen, klimaneutrale Labore, etc. -, zertifiziert durch Green Science-Zertifizierungen wie z. B. My Green Lab. Die Datenerhebung von Studien, Analysen, Fachartikeln und Peer-Reviews, etc. soll als Polypol organisiert sein und nicht ausschließlich durch große Tech-Konzerne (Monopole) kontrolliert und für die Forschung genutzt werden.“

SPD Mecklenburg-Vorpommern
Die SPD Mecklenburg-Vorpommern sieht Long COVID und andere postinfektiöse Erkrankungen vor allem als Versorgungs- und Forschungsaufgabe und verweist auf bereits geschaffene Fortbildungs-, Beratungs- und Versorgungsstrukturen sowie die Förderung spezialisierter Einrichtungen wie des Comprehensive Long COVID Center. Zur Prävention setzt sie vor allem auf weitere Forschung zu Risikofaktoren und wirksamen Schutzmaßnahmen; zugleich sollen telemedizinische und aufsuchende Angebote ausgebaut und spezialisierte Versorgung stärker in die Fläche gebracht werden. Zum Schutz und zur Stabilisierung des Gesundheitswesens setzt sie auf Surveillance, den personellen und technischen Ausbau des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sowie den regelmäßigen Austausch mit Fachleuten, Patienteninitiativen, Ärzteverbänden und Krankenkassen.
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Frage 1 – Welche konkreten gesundheitspolitischen Konsequenzen ziehen Sie aus der Erkenntnis, dass 10–15 % der Infizierten mit Long-COVID-Symptomen rechnen müssen?

„Die Corona-Pandemie war eine der größten Herausforderungen, die unser Land in der jüngeren Vergangenheit zu bewältigen hatte; sie hat den Menschen in unserem Land Unglaubliches abverlangt und ihre langfristigen Auswirkungen sind bis heute spürbar. Einen besonderen Fokus müssen wir auf die gesundheitlichen Folgen überstandener CoronaErkrankung legen. In vielen Fällen haben die gesundheitlichen Folgen einer schwierigen Corona-Infektion erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit der Betroffenen.

Unser Ziel war von Anfang an, Gesundheit und Leben zu schützen, Wirtschaft und Arbeitsplätze zu sichern und den sozialen Zusammenhalt zu bewahren. Angesichts der schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen sehen wir uns in unserem vorsichtigen und umsichtigen Kurs während der Pandemie bestärkt. Umso mehr gilt es nun, die Bewältigung der Pandemie-Folgen in Angriff zu nehmen und erlittenen Schaden nach Möglichkeit zu lindern, oder besser noch zu heilen.“

Frage 2 – Wie bewerten Sie die Public-Health-Relevanz von Hinweisen auf weitere postvirale Erkrankungen?

„Mit Blick auf Long Covid, Post Covd, Post Vac, ME/CFS und weitere postinfektiöse Erkrankungen stehen zwei unterschiedliche Aspekte im Vordergrund: erstens die unmittelbare medizinische Versorgung von Betroffenen und zweitens die Erforschung der Erkrankungen und damit verbunden die Suche nach Therapieansätzen.

Der erste wichtige Schritt für die flächendeckende Versorgung ist Ende 2023 gelungen, indem der Gemeinsame Bundesausschuss, das höchste Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen in Deutschland, eine Richtlinie für die berufsgruppenübergreifende, koordinierte und strukturierte Versorgung erarbeitet und veröffentlicht hat. In der Richtlinie ist festgehalten, dass Hausärztinnen und Hausärzte als zentrale Koordinatoren den Versorgungsprozess im Sinne der Patientin bzw. des Patienten steuern sollen. Dennoch fehlt vielerorts noch spezialisiertes Wissen über postinfektiöse Erkrankungen wie Long-Covid.

Um ein Fortbildungsangebot in Mecklenburg-Vorpommern zu schaffen, hat die SPD-Landtagsfraktion insgesamt vier Fachtage zum Thema Long-Covid veranstaltet. Dort präsentierten Fachleute aktuelle Erkenntnisse und stellten sich der Diskussion. Ärztinnen und Ärzte konnten sich die Teilnahme als Fortbildung anrechnen lassen.

Ziel dieser Fachtage war es, Akteure des Gesundheitswesens, Patientinnen und Patienten, Wissenschaft und Politik zum Austausch und zur Diskussion zusammenzubringen. Die SPD-Landtagsfraktion hat dadurch zur Vernetzung und zum Wissenstransfer mit Blick auf die Versorgung von Long Covid Betroffenen und aller Betroffenen von Postinfektiösen Erkrankungen beitragen und diesem wichtigen Thema Aufmerksamkeit gegeben. Die Aufzeichnungen der Fachtage lassen sich auf der Video-Plattform Youtube ansehen.“

Frage 3 – Welche Möglichkeiten der Prävention sehen Sie?

„Hinsichtlich der Erforschung von postinfektiösen Erkrankungen ist uns auf Bundesebene im vergangenen November ein riesiger Durchbruch geglückt: In den kommenden zehn Jahren stellt der Bund jährlich 50 Millionen Euro zur Erforschung von Long Covid, ME/CFS und anderen postinfektiösen Erkrankungen bereit – also insgesamt bis zu einer halben Milliarde Euro. Wir erhoffen uns im Zuge dieser Forschung weitere Erkenntnisse über Risikofaktoren und mögliche Präventionsmaßnahmen.“

Frage 4 – Welche vorsorglichen Maßnahmen plant Ihre Partei, um langfristige Auswirkungen auf das Gesundheitssystem zu begrenzen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen?

„Um die Versorgung von Betroffenen von Long-Covid während der Pandemie und in der unmittelbaren Folge gewährleisten zu können, haben wir als Land knapp 3 Millionen Euro für die Long-Covid Ambulanzen in Rostock und Greifswald und das Long-Covid Institut zu Verfügung gestellt.

Die in dieser Zeit gewonnenen Erfahrungen haben gezeigt, dass es in Mecklenburg-Vorpommern einer zentralen Anlaufstelle bedarf, die Wissen und Expertise bündelt. Daher haben wir uns für die Gründung des Comprehensive Long COVID Center (CLOCC) an der Universitätsmedizin eingesetzt, welches nun mit knapp 6 Millionen Euro gefördert wird.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion setzt sich als Mitglied des CLOCC-Projektbeirates für die Belange der Betroffenen ein und vertritt die landesweite Perspektive von Patientinnen und Patienten und den Angehörigen. Allen voran der Aufbau von telemedizinischen und aufsuchenden Versorgungsangeboten spielt dabei aktuell eine zentrale Rolle. Es ist wichtig, dass wir ein Spitzenzentrum für unser Bundesland geschaffen haben, nun müssen wir die Versorgung in die Fläche bringen.“

Frage 5 – Welche Strategien sehen Sie zum Schutz des Personals und von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen vor?

„Die SPD-geführte Landesregierung hat Mittel in Höhe von jährlich 255.000 Euro im Landeshaushalt verankert, um die Überwachung akuter respiratorischer Erreger (ARE-Surveillance) sicherstellen zu können.

Der Bund stellt für die Umsetzung des Paktes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD-Pakt) bundesweit insgesamt 4 Mrd. Euro bis Ende 2026 bereit, um den Öffentlichen Gesundheitsdienst personell und technisch besser auszustatten.

Ein zentraler Punkt zur Stärkung des öffentlichen Gesundheitswesens ist der Personalaufwuchs auf allen Ebenen einschließlich der kommunalen Gesundheitsämter sowie die Attraktivitätssteigerung, Imagemaßnahmen und die Förderung von Aus-, Fort- und Weiterbildung. Auf Mecklenburg-Vorpommern entfallen etwa 100 zusätzliche Stellen, davon 20 Stellen beim Land und mindestens 80 Stellen bei den Gesundheitsämtern der Landkreise und kreisfreien Städte. Damit stärken wir die Handlungsfähigkeit des Öffentlichen Gesundheitsdienstes.“

Frage 6 – Welche wissenschaftlichen Kriterien und Entscheidungsprozesse liegen Ihren gesundheitspolitischen Maßnahmen zugrunde, und an welchen internationalen Beispielen oder Leitlinien orientieren Sie sich dabei?

„Auf dem letzten Fachtag zum Thema Long Covid und Postinfektiösen Erkrankungen, den die SPD-Landtagsfraktion am 25. März 2026 veranstaltet hat, haben folgende Medizinerinnen und Mediziner den aktuellen Forschungsstand zu Postinfektiösen Erkrankungen und zu den Versorgungsstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt:

Prof. Dr. med. Carmen Scheibenbogen (Charité Berlin), PD Dr. med. habil. Cajetan Lang (Technische Universität München), Dipl.-Psych. Bettina Grande (Psychotherapienetzwerk ME/CFS), Dr. Ines Kersten (Universitätsmedizin Greifswald), Dr. Stefan Zutz (Hausärzteverband MV), Dr. Hilte Geerdes-Fenge (Universitätsmedizin Rostock).

Zudem befindet sich die SPD im regelmäßigen Austausch mit Patienteninitiativen, Ärzteverbänden und Krankenkassen.“

Last reviewed on August 20, 2026

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